op. 5 Quartett - quasi una Toccata

für Oboe, Oboe d'amore (Klarinette in A), Englischhorn und Fagott

composed: 1991 - 95

premiered:  03. April 1995 Musica da Camera (Verband Münchener Tonkünstler) Bayerische Versicherungskammer

Münchener Oboen-Ensemble: Veronika Falk - Oboe, Dirk-Michael Kirsch - Oboe d'amore,

Daniela Langanki - Englischhorn, Hans-Peter Vogel - Fagott

duration: 20 min.

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Das Quartett "quasi una Toccata" op.5 für Oboe, Oboe d'amore, Englischhorn und Fagott entstand zwischen 1991 und 1995 als Idee eines Pendants zum Streichquartett. Das 4-sätzige knapp 20-minütige Werk stellt technisch hohe Ansprüche an jeden einzelnen Spieler, vor allem jedoch an das Zusammenspiel des Ensembles. Es entspringt in Duktus und Stilistik dem Zeitgeist der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, geht jedoch abgesehen von einigen freitonalen Teilen nicht über die Grenzen einer modalen Tonalität hinaus.

Das 4-taktige Thema des ersten Satzes (Introduktion) wird zunächst vom Englischhorn vorgetragen, es beinhaltet alle 12 Töne und stellt bereits das gesamte motivische Tonmaterial des ersten Satzes der Komposition vor. Kaleidoskopartig verselbstständigen sich kleine Motive dieses Themas zu eigenen Klanggeweben, so dass ein sehr farbenschillerndes Geflecht aus Tonkaskaden entsteht, dass den Satz in einem überraschenden kurzen Choral enden lässt, aus dem sich unmittelbar der 2.Satz erschließt. Dieser führt die freie Form des ersten Satzes in ruhigerer Art, etwa einer "Fantasia" weiter. Ähnlich wie im Anfangssatz beginnt nun das Fagott mit einem kadenzartigen Thema, welches in Folge durch die anderen Instrumente imitiert, variiert oder unterschiedlich rhythmisiert wird.

Auch der 3. Satz schließt sich unmittelbar an. Hier liegt ein kompliziertes Taktwechselsystem aus überwiegend ungeraden Takten zugrunde: Die zunächst dreitaktige Struktur 7/8 – 9/8 – 11/8, wird im Laufe dieses Satzes durch immer mehr Taktschläge erweitert 7/8 – 9/8 – 13/8, später dann 7/8 – 9/8 – 11/8 - 13/8 (7+6/8) - 16/8 (7+9/8), so dass auch die Atemphrasen immer länger und der  "lamento"-Charakter dieses Teiles immer eindringlicher werden. Hinzu kommt eine stets steigende Ton- und Dynamikdichte, die am Ende fast orchestrale Wirkung hat. Auch dieser Satz geht ohne wirklichen Abschluss attacca in den Schlussteil (scherzando) über, dessen Tonalität nun wesentlich heller erscheint als in den vorangegangene Sätzen. Dieser Satz bedient sich nochmals des Themas der Introduktion. Das Werk endet (etwas überraschend) in reinem C-Dur.

live (exzerpts)

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